Suchmaschine



Navigation

Die Straße der Skulpturen im St.Wendeler Land

51 große Steinblöcke, bis zu neun Metern hoch und bis zu 65 Tonnen schwer, bilden einen der größten kulturellen Anziehungspunkte des Saarlandes: die "Straße der Skulpturen", die sich über 25 Kilometer von der City St. Wendels bis hin zum Bostalsee erstreckt. In landschaftlich reizvoller Lage entlang des Saarland Rundwanderweges haben 48 Künstler aus elf Ländern hier eine riesige Freiluft-Galerie geschaffen, die bundesweit einmalig ist. Am Anfang stand 1971 ein interessantes Experiment des St. Wendeler Bildhauers Leo Kombrust, Künstler für eine befristete Zeit aus dem Atelier herauszuführen, um ihre Botschaft in gemeinsamer Diskussion und Arbeit in freier Landschaft formulieren zu lassen. Beim Steinbildhauer-Symposion zwischen 1971 und 1973 auf den Höhen bei Baltersweiler erstellten elf namhafte Künstler 16 Skulpturen. Durch die Anlegung des Saarland- Rundwanderweges und das gleichzeitige Auffinden riesiger Sandsteinblöcke lag die Idee nahe, das Symposion fortzuführen und entlang des Wanderweges an landschaftlich markanten Punkten weitere Skulpturen zu errichten. 18 Jahre lang, von 1971 bis 1988, dauerten die Arbeiten an der Skulpturenstraße, die 1993 erweitert wurde. 15 junge Künstler aus Deutschland, Frankreich und Kanada arbeiteten an diesem "Post scriptum" der Skulpturenstraße.

Bild vergrößern

Bild vergrößern

Bild vergrößern

Gewidmet ist die Straße dem deutsch- jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich. Freundlich, der in Paris lebte, träumte schon in den 30er Jahren von einer Straße der Skulpturen, von einer völkerverbindenden Straße, wie er schrieb "une voie de la fraternité et solidarité humaine" (eine Straße der Brüderlichkeit und menschlichen Solidarität). Leo Kornbrust griff diese Idee auf und gewann hierzu Künstler aus aller Welt, die für ein bescheidenes Honorar eine kulturelle Attraktion schufen, die jährlich Anziehungspunkt tausender Rad- und Wandertouristen ist. Rund eine halbe Million Spenden waren zur Errichtung der Straße notwendig. Gelder, die vorwiegend zum Transport der riesigen Steinblöcke benötigt wurden. Meist handelt es sich um gelbe kaolin-gebundene Sandsteine von bis zu neun Metem Länge und Rundummaßen von 2,5 mal 2,5 Metern, zwischen zehn und 65 Tonnen schwer. Steine mit ganz unterschiedlicher Härte. "Innerhalb kurzer Abstände geht der Meißel einmal ganz leicht rein in den Stein und kurz darauf bricht die Spitze ab, so hart ist der Stein dort", berichten die Bildhauer. Die "Straße der Skulpturen" besticht mit ihrer Vielfalt. Durch das Einbinden in die Landschaft erhält das Material Stein ein Ambiente, das ihm im geschlossenen Raum fehlt. An ihrem Ausgangspunkt, der Stadtmitte von St. Wendel, sind auch einige Werke aus Stahl entstanden, wie etwa die große gebrochene Blechtafel von Alf Lechner, über die noch heute heiß diskutiert wird. Durch eine herrliche Wiesen- und Waldlandschaft führt der Weg dann an Baltersweiler, Nambom, Oberthal und Neunkirchen/Nahe vorbei zum Bostalsee. Dazwischen begegnet man den "heimlichen Stars" der Skulpturen. Etwa dem "Sonnenstein" des Japaners Hajime Togashi, den er 1972 aus krastalem Marmor schuf. Er legte rund um den Stein Bänder und brachte mit diesen Schichten den Stein zum Vibrieren. Er modellierte Höhen und Tiefen, Linien in den Marmor, die ihre volle Wirkung entfalten, wenn die Sonnenstrahlen darüber hinwegziehen.

Seite 1  2    

Hotel buchen
www.Mosel-Saar-Pfalz.de