Gewidmet ist die Straße dem deutsch- jüdischen Bildhauer und Maler Otto Freundlich. Freundlich, der in Paris lebte, träumte schon in den 30er Jahren von einer Straße der Skulpturen, von einer völkerverbindenden Straße, wie er schrieb "une voie de la fraternité et solidarité humaine" (eine Straße der Brüderlichkeit und menschlichen Solidarität). Leo Kornbrust griff diese Idee auf und gewann hierzu Künstler aus aller Welt, die für ein bescheidenes Honorar eine kulturelle Attraktion schufen, die jährlich Anziehungspunkt tausender Rad- und Wandertouristen ist. Rund eine halbe Million Spenden waren zur Errichtung der Straße notwendig. Gelder, die vorwiegend zum Transport der riesigen Steinblöcke benötigt wurden. Meist handelt es sich um gelbe kaolin-gebundene Sandsteine von bis zu neun Metem Länge und Rundummaßen von 2,5 mal 2,5 Metern, zwischen zehn und 65 Tonnen schwer. Steine mit ganz unterschiedlicher Härte. "Innerhalb kurzer Abstände geht der Meißel einmal ganz leicht rein in den Stein und kurz darauf bricht die Spitze ab, so hart ist der Stein dort", berichten die Bildhauer. Die "Straße der Skulpturen" besticht mit ihrer Vielfalt. Durch das Einbinden in die Landschaft erhält das Material Stein ein Ambiente, das ihm im geschlossenen Raum fehlt. An ihrem Ausgangspunkt, der Stadtmitte von St. Wendel, sind auch einige Werke aus Stahl entstanden, wie etwa die große gebrochene Blechtafel von Alf Lechner, über die noch heute heiß diskutiert wird. Durch eine herrliche Wiesen- und Waldlandschaft führt der Weg dann an Baltersweiler, Nambom, Oberthal und Neunkirchen/Nahe vorbei zum Bostalsee. Dazwischen begegnet man den "heimlichen Stars" der Skulpturen. Etwa dem "Sonnenstein" des Japaners Hajime Togashi, den er 1972 aus krastalem Marmor schuf. Er legte rund um den Stein Bänder und brachte mit diesen Schichten den Stein zum Vibrieren. Er modellierte Höhen und Tiefen, Linien in den Marmor, die ihre volle Wirkung entfalten, wenn die Sonnenstrahlen darüber hinwegziehen.
Seite 1 2